Garten in den Wiesen

MERLIN - die Gefolgschaft eines Zauberers

MERLIN, er ist der große Zauberer der britannischen Inseln. Nach ihm wurde bereits um 1891 ein besonderes auffälliges und edles Schneeglöckchen benannt. Unter reinweißen, äußeren Blütenblättern verbirgt sich ein völlig grünes Röckchen. Bei geöffneter Blüte kommt dieser starke und flächige Farbkontrast hervorragend zur Geltung. Kommt bei sonnigem Wetter die dann recht kugelige ungewöhnliche Blütenform noch hinzu, kann man sich nur schwer der Magie dieser Sorte entziehen; wer dies allerdings schafft, darf sich getrost als immun gegenüber der Galanthophilie betrachten! In unseren Augen allerdings eine wenig wünschenswerte Eigenschaft
MERLIN ist eine alte Hybride zwischen G. plicatus und G. elwesii. Das erleichtert das Verständnis zur gesamtgrünen Markierung der inneren Blütenblätter endlos. Beiden Arten ist in bestimmten Subspezies zusätzlich zum Hufeisen die Ausbildung von weiteren Basalflecken eigen. Und von mehreren Markierungen der Inneren Blütenblätter bis zur Vollflächigkeit ist es ein relativ kurzer Weg.
Nun hat unserer Zauberer im Laufe eines Jahrhunderts eine schier endlose Zahl an Gefolge erhalten. Wen wundert es, ob seiner noblen Erscheinung. Aus den Reihen der Plicaten sind THE PEARL, GREENPEACE, EDINBURGH KETTON und der mehr als nur eigentümliche DIGGERY zu ihm empor gestiegen. Die Elwesen haben BIG BOY, ABINGTON GREEN beigesteuert. Auch an Hybriden ermangelt es nicht. TUBBY MERLIN, GEORGE ELWES, WASHFIELD COULESBOURNE sind zu nennen und die phantastische CICELY HALL darf nicht vergessen werden.
Am Ostersamstag des Jahres 2005 fanden wir in einem brandenburgischen Pfarrgarten, sozusagen gleich hier um die Ecke, ein in diese Gruppe passendes Schneeglöckchen und nannten es dem Feiertage entsprechend, GRÜNE OSTERN. Es ist eine G. elwesii x G. nivalis Hybride von edler Blütenform, bester Wüchsigkeit und der Eigenschaft, gelegentlich sogar zwei Blütenschäfte pro Zwiebel hervorzubringen. Es ist ohne zu übertreiben damit eine allemal gartenwerte Form. Ein Jahr später, just am gleichen Orte, kreuzte GRÜNE OSTERN II unseren Weg. Wiederum eine Hybride besagter Arten mit ähnlich guten Eigenschaften, nur diesmal mit zusätzlichen grünen Tipps auf den Aussentepalen. Da diese allerdings ein elwesii-Erbe sind, darf man ihr Vorhandensein nicht als stet bezeichnen. Die Eleganz der Blüte leitet mitnichten unter dieser gelegentlichen Abstinenz.
Inzwischen nennen wir gar ein reines Galanthus nivalis mit ganzheitlichem, grünen Röckchen unser eigen. Das ist doch schon eine kleine Seltenheit. Wir gaben ihm den Namen des Waldzwerges RUMPELSTIELZCHEN, der wohl stets ein grünes Hütchen trug, hoffen allerdings, dass es nicht diesem Gnome gleichend, eines Tages auf Nimmerwiedersehen verschwindet.


MERLIN

ANMUT plicatus

AUGUSTUS

THREE SHIPS

GRÜNE OSTERN

RUMPELSTIELZCHEN

GRÜNE OSTERN II

THE PEARL

CLARE BLAKEWAY PHILLIPS